Limitierter Bildband - Rosa´s Cantina Part I & II / photography by Denis Kuberski

Über 13 Jahre Konzertfotografie, fast 150 Konzerte und mehr als 200 abgelichtete Bands geben den Anlass zu einer Rückschau der besonderen Art. In monatelanger Arbeit mussten tausende Bilder gesichtet und sortiert werden, bevor am Ende gleich 3 Fotobildbände entstanden sind.
Während sich "Part I" hauptsächlich deutschen Rockbands und Musikern widmet, geht es in "Part II" mit internationalen Bands aus Hardcore, Death- und Thrashmetal doch deutlich härter zur Sache.
Alle drei Bände umfassen jeweils über 180 Seiten im A4Format und sind auf 25 Stück limitiert. Großformatige SW-Fotos von ca. 20 Bands und Musikern je Buch erlauben einen guten Überblick über die Konzerte der letzten Jahre und bezeugen, dass die manchmal so verschlafene Niederlausitz durchaus Potential besitzt. So dürfen die Bücher durchaus als Portfolio für die vielen Klubs und Bands gelten, welche mit viel Idealismus die Musikszene am Leben erhalten und kontinuierlich auf- und ausbauen.
Mit der Veröffentlichung dieser drei Bände möchte ich mich bei all jenen bedanken, die mir viele unvergessliche und spannende Jahre beschert haben und meinen Teil dazu beitragen um die Szene hoffentlich nachhaltig zu würdigen.

Jeder Bildband ist als Hardcover zum Selbstkostenpreis von 99 € zu haben und wird innerhalb Deutschlands Versandkostenfrei verschickt. Da jedes Buch einzeln gefertigt wird, erfolgt die Lieferung nur gegen Vorkasse. Die Lieferzeit beträgt ca.14 Tage. Bestellungen und weitere Fragen einfach an: rosas.cantina@web.de

Bildband Teil 1 bis 3

 
 

04. Mai 2012 "PHILLIP BOA AND THE VOODOOCLUB" Glad-House / Cottbus

PHILLIP BOA AND THE VOODOOCLUB

 
 

25. April 2012 "SKI'S COUNTRY TRASH" Glad-House / Cottbus

SKI'S COUNTRY TRASH

 
 

14. März 2012 "JENNIFER ROSTOCK" Glad-House / Cottbus

JENNIFER ROSTOCK

 
 

01. März 2012 "CORVUS CORAX" Glad-House / Cottbus

CORVUS CORAX

 
 

10. Februar 2012 "AGNOSTIC FRONT" Glad-House / Cottbus

AGNOSTIC FRONT

 
 

25. Dezember 2011 "X-MAS METAL" Blauer Gaul / Guben

X-MAS METAL

 
 

16. Dezember 2011 "VICKI VOMIT & DIE MISANTHROPISCHEN JAZZ-SCHATULLEN" Glad-House / Cottbus

VICKI VOMIT & DIE MISANTHROPISCHEN JAZZ-SCHATULLEN

 
 

25. November 2011 "KNORKATOR - Ü77 Tour" Glad-House / Cottbus

Endlich ist Sie wieder da! - "Die meiste Band der Welt"
1994 beschlossen Alf Ator und Stumpen gemeinsame musikalische Pfade zu betreten und hoben in KNORKATOR aus der Taufe. Bissige, satirische und bisweilen einfach nur absurde Texte, gekrönt von grandiosen Livekonzerten wurden schnell zum Markenzeichen der Berliner Band. Spätestens mit Ihrem Auftritt beim Vorentscheid zum Eurovision Song Contest im Jahr 2000 avancierte man vom Geheimtipp zur Kultband und füllte die Hallen und Stadien. So traf viele Fans die Entscheidung das Projekt KNORKATOR erst einmal auf Eis zu legen doch recht schmerzhaft. Doch 2011 beschlossen die Herrschaften mit dem "Aufhören aufzuhören" und begaben sich erstmals seit drei Jahren wieder auf Tour. Und dies mit durchschlagendem Erfolg. Wie schon während der letzten Konzerte, war auch das GladHouse seit Wochen ausverkauft und diejenigen, welche eine Karte ergattern konnten, nahmen längere Wartezeiten in teils strömendem Regen am Einlass in Kauf. Aber es sollte sich lohnen. In grüne Ganzkörperleggins gehüllt betrat Stumpen mit einer Krücke bewaffnet die Bühne. Leider war die Gehhilfe kein Showrequisit sondern einer Muskelverletzung geschuldet, was der Agilität des Frontmannes allerdings keinerlei Abbruch tat. Dazu Alf Ator, eingezwängt in eine Art Keyboardrhönrad und Buzz Dee mit der obligatorischen übergrossen Sonnenbrille. Lediglich die Rhythmusabteilung hielt sich vorsichtig zurück, jedenfalls optisch.
Als hätten die Mannen nie pausiert legte, man sofort los und hatte die Fans bereits nach den ersten Tönen völlig in der Hand. KNORKATOR versprühten eine Power und Energie die ihresgleichen sucht, dabei eine Lichtshow vom Feinsten und perfekt abgemischter Sound. Nach zwei Songs schien das grüne Gewand allerdings ein wenig warm zu werden und einem Kampf gleichend schälte sich Stumpen ziemlich mühsam aus eben jenem welchen, um den Gig in einem blauen Body fortzusetzen. Nach dem dritten Akt versuchte dann die Security, wie vereinbart, die Fotografen aus dem Graben zu scheuchen. Dieses Vorhaben wurde allerdings bandseitig vereitelt in dem wir auf die Bühne gebeten wurden. Nachdem zur Abwechselung wir uns mal ein wenig feiern lassen durften, warf sich die Combo fotografisch perfekt vor vollem Hause vor die Kameras, was zur Erheiterung bei Fotografen und Fans sorgte. Nach dieser kurzen Unterbrechung lief das Konzert auf voller Flamme weiter und gipfelte mit Stumpen in einem riesigen durchsichtigen Gummiball welcher von den Massen getragen wurde.
Ein Hammerabend und definitiv ein Highlight 2011!

KNORKATOR

 
 

16. November 2011 "FINAL WAR TOUR 2011" Glad-House / Cottbus

Die Scheibe "Final War" von ABOMINATION liegt bekanntermaßen ja schon einige Jahre zurück und so weiß wohl auch nur Herr Speckmann selbst, aus welchem Grund die derzeitige Europareise diesen Titel trägt. Sei es wie es sei, einen Besuch ist der ehrwürdige Bartträger allemal wert. Und damit sich die ganze Geschichte auch richtig lohnt, packte man noch zwei Supportbands ein um die Sache ein wenig abzurunden. Das angekündigte line-up hatte sich allerdings etwas geändert und so eröffneten NOISE OF CREATION, welche CONVICDEAD vertraten, den Abend. Die Italiener aus Collecchio hinterließen allerdings einen recht dürftigen Eindruck. Der Versuch ordentlichen Deathmetal darzubieten scheiterte bereits im Ansatz grandios. Mit zu dünnen Sound, einem fehlbesetzten Vocalisten und viel zu wenig Kreativität degradierte sich das Quartett innerhalb weniger Minuten ins Nirvana. So war ich dann auch einigermaßen erleichtert als dieser Spuk sein erlösendes Ende fand.
Ganz anders dann SHATTERED SKULL aus Belgien. Mit zwei Gitarristen jagte man ein Brett nach dem anderen aus den Boxen und erzeugte eine alles zermalmende Wand aus purem Metall. Krachender Deathmetal mit jeder Menge Hardcoreanleihen - einfach Klasse. So dürfte auch die aktuelle Scheibe "The Infinite Massacre" mehr als nur ein Kauftipp sein.
Ein wenig eilig schienen es nun ABOMINATION zu haben. Der Übergang zwischen Soundcheck und Gig verlief dermaßen fließend, dass den Anfang wohl so ziemlich jeder verpasste. War aber egal, denn schließlich schrabbelte das Trio ja noch eine Weile vor sich hin. Nachdem PAUL SPECKMANN die Band 1987 als eines seiner zahlreichen Projekte aus der Taufe hob und sogar einen Plattenvertrag an Land ziehen konnte, verlief die ganze Sache Ende der Neunziger einfach im Sande. Irgendwie schien er aber wohl wieder Bock auf die alten Songs zu haben und so suchte er sich ein paar fähige Mitstreiter um ABOMINATION wieder auf die Bühne zu bringen. Allerdings ist wie bei fast allen SPECKMANN-Projekten lediglich der Name vom Original und SPECKMANN selbst übrig geblieben. Während er bei MASTER auf eine tschechische Beteiligung setzt, greift er bei ABOMINATION auf rein italienische Unterstützung zurück. An der Gitarre stand mit Dimitry Scopelliti von ARCADIA ein nicht ganz unbekanntes Gesicht und mit Raphael Saini saß einer der besten Drummer Italiens in der Rhythmusabteilung. So gerüstet ließ man musikalisch natürlich keine Fragen offen. Hammerharter Metal zu dem Herr PAUL auch seinen Rauschebart ordentlich zappeln ließ. Bleibt zu hoffen, dass diese Wiedergeburt von längerer Dauer ist und vielleicht auch einen Tonträger nach sich zieht.

FINAL WAR TOUR 2011

 
 

28. Oktober 2011 "OKTOBERFEST" JC Comet / Guben

Nun ja, da neigt sich also auch der Oktober schon wieder dem Ende zu. Was liegt da näher, als ihn ordentlich rockend zu verabschieden. Die Thrashheads von TORMENTOR waren die ersten on stage und schauten erstmal in eine ziemlich leere Runde. Das Gubener Publikum war leider in einer sehr überschaubaren Anzahl vertreten und so tat es ganz gut, dass doch so einige Member des MC Gasoline aus Eisenhüttenstadt angereist waren. Leider schien sich die Situation auch auf die Band zu übertragen. Technisch zwar wie immer on top, war von Spielfreude aber nicht wirklich viel zu merken. Einer Pflichtübung gleich prügelte man die Playlist herunter und ließ die gewohnten Livequalitäten diesmal schmerzlich vermissen. Ein direkter Vergleich zu den letzten Auftritten würde hier wohl recht kläglich enden. Solange es sich hier allerdings nur um ein Zwischentief handelt, sollte man sich noch keine Sorgen machen müssen. Einen schlechten Eindruck hinterließ leider auch der Sound. Irgendwie schien die Boxenanlage den Stromgitarrenklängen nicht gewachsen zu sein. Dieses Problem war auch bis zum Ende des Abends nicht zu lösen.
Vielleicht können ja nun MÖTÖRBÖÖT ein wenig Stimmung in die Bude bringen. Wie es der Name schon vermuten lässt, handelt es sich bei den Rostockern um eine MOTÖRHEAD-Coverband und so gab es natürlich ordentlich was auf die Ohren. Und es war Ihnen anzusehen, die Jungs hatten richtig Spaß auf der Bühne. Ein Kracher folgte dem anderen und so dauerte es nicht lange bis kollektives Kopfnicken einsetzte. Allerdings ließ das Set doch so einige Klassiker vermissen, was ein wenig schade war.
Als Headliner durften sich dann MAINPOINT austoben. Goth´n´Roll vom Feinsten und erfreulicher Weise wieder Silke an den Tasten mit an Bord. Die Combo um Frontmann Axel bewies auch hier, dass sie zu den besten Metalbands zählt, die Mecklenburg zurzeit zu bieten hat. Fette Riffs, harte Bassläufe und atmosphärische Keyboardklänge erschaffen einen dichten melodischen Sound der MAINPOINT mittlerweile auch außerhalb Deutschlands bekannt gemacht hat. Nachdem mit "Under Water" das letzte Album bereits 4 Jahre her ist, erscheint noch in diesem Herbst eine EP. An einem kompletten Album ist man derzeit noch am werkeln, geplant ist dann eine Veröffentlichung im Frühjahr 2012. Man darf also gespannt sein.

OKTOBERFEST

 
 

12. Oktober 2011 "ILLDISPOSED - 20thAnniversary Tour" Glad-House / Cottbus

Das dänische Deathmetal Flaggschiff umsegelt nun also schon seit zwanzig Jahren die Welt und kann auf nunmehr 12 Studioalben zurückblicken. Grund genug eine ordentliche Jubi-läumstour durch Europa zu starten. Die feierliche Eröffnung des Abends übernahmen die Dänen von MEMORIAL. Das Debütalbum erschien 2009 und mit "Shatter The Art" folgte 2011 der bereits erwartete Nachfolger. Fixer Deathmetal mit deutlichen Metalcore-Einschlägen hallte nun also aus den Boxen und auf der Bühne herrschte emsiges Treiben. Drummer Jeppe war der Einzige, zwangsweise wohl, den es an seinem Platz hielt. Die restlichen Mannen um Kurt Soerensen fegten über die Bretter und lieferten auch musikalisch einen Hammergig ab. Groovend, stampfend, frickelnd und shoutend raste das Gespann durchs Set, welches gern noch ein paar Songs länger hätte sein können. Aber man wollte verständlicherweise den Zeitplan nicht gefährden und so sollten ARCADIA pünktlich beginnen.
Die Italiener und einzigen Nichtdänen des Abends gastierten bereits 2010 mit ILLDISPOSED im Glad-House, seinerzeit als Support von SIX FEET UNDER. Italian Bastard Core nennt die Combo selbst Ihren Stil und trifft damit gut ins Schwarze. Eine fette Mischung aus Hardcore und Deathmetal wälzte sich von der Bühne. Während die Growls durchaus souverän klangen, schien Sänger Michele aber diesmal beim Klargesang doch so seine Probleme haben. Dass es auch anders geht hatte er ja voriges Jahr eindrucksvoll bewiesen. Dennoch ein Auftritt, welcher durchaus in positiver Erinnerung bleiben wird da die Instrumentalabteilung ordentlich Druck aufbaute, was gesangliche Schnitzer wieder etwas wettmacht.
Mit RAUNCHY enterten nun die nächsten Skandinavier die Bühne. Thash- und Deathmetal und zwischendurch immer wieder Gute-Laune-Heavyrock zeigte schnell seine Wirkung und ließ die ohnehin schon begeisterten Fans weiter ordentlich Headbangen. Dermaßen angefeuert blieb der Band nichts anderes übrig als noch eine Schippe draufzulegen und die Stimmung weiter anzuheizen. Gesagt, getan!
Dann wurde es Zeit für den Headliner. Aus einer dichten Nebelwand traten ILLDISPOSED hervor und sofort verwandelte sich der Club in eine pogende und bangende Menschenmasse. Ein Brett nach dem anderen wurde von den Dänen abgeliefert, lautstark quittiert von den Fans. ILLDISPOSED scheinen in der Form Ihres Lebens zu sein, auch wenn Bo Summers das letzte verbliebene Gründungsmitglied ist. Für Ihn gab es dann noch ein Ständchen auf der Bühne, da just auf diesen Abend sein Geburtstag fiel. Also standen sämtliche Bands, der Tourneeveranstalter und zu meiner Überraschung auch Paul Speckmann auf der Bühne und gaben zusammen mit dem Publikum "Happy Birthday!" zum Besten. Danach ging das Midtempodeath-Gewitter ohne Kompromisse weiter. Ein Wahnsinnsgig und ILLDISPOSED bewiesen einmal mehr, dass sie zu den besten Live-Bands überhaupt gehören. Einziges Manko war der immer mehr zunehmende Bühnenebel, an dem John Carpenter seine Freude gehabt hätte. Irgendwann war dann das fotografieren unmöglich und somit überflüssig geworden was mich dazu veranlasste am Merchandising eine gepflegte Unterhaltung mit MASTER-mind Paul Speckmann zu führen.

ILLDISPOSED

 
 

30. September - 01. Oktober 2011 "DARK SIDE FESTIVAL" Klub Iskra / Gubin (PL)

Trotz oftmals widriger Umstände ist das kleine aber feine Festival äußerst beständig und erstreckt sich diesmal sogar über zwei Tage. Also genug Zeit um wieder ordentlich zusammen mit polnischen Freunden der härteren Musik zu frönen. Den Auftakt bildeten am Freitagabend die jungen Wilden von SOPHIE SCHOLL. Die Band aus Zielona Gora hatte im Juni 2011 beim "Metal Battle" in Guben immerhin den zweiten Platz belegt und bewies auch diesmal, dass dies mehr als verdient war. Fetter Hardcore ohne viel Schnörkel und so dauerte es nicht lange bis sich der Raum vor der Bühne in eine pogende Masse verwandelte. Ziemlich abrupt endete dann allerdings der Gig als es größere Probleme an den Drums zu geben schien. Da das Soll aber erfüllt war blieb dies für den Zeitplan fast ohne Auswirkungen.
Nachdem das Schlagwerk in Ordnung gebracht wurde, konnten dann die Lokalmatadoren von DEATHSTORM den Abend fortsetzen. Aggressiv, hart und laut fegten die Gubiner durch die Setlist und legten dabei eine Spielfreude an den Tag die sich sofort auf das Publikum übertrug. Aus dem pogenden Mob entwickelte sich ein wahrer Hexenkessel, der schliesslich in der Wall of Death gipfelte. Viel mehr Todesmetal geht eigentlich kaum.
Der Headliner LOST SOUL komplettierte diesen musikalisch rein polnischen ersten Abend. Seit 1990 werkelt das Deathgespann unermüdlich live und im Studio und kann auf mittlerweile 7 Tonträger zurückblicken. Trotz permanenter Umbesetzungen und einigen Auszeiten entwickelten sich LOST SOUL permanent weiter und pflegen einen ganz eigenen Stil des Deathmetal. Hammerharte Riffs in einem Nackenbrechendem Tempo, melodiöse Instrumentalpassagen und absolut groovende Midtempi ließen niemanden lange still stehen. Leider beschloss man aber nach fünf Songs das Bühnenlicht fast komplett zu löschen, was das Fotografieren schlicht unmöglich machte. Mit einem Bier und vielen Gesprächen wurde dann der erste Abend des Festivals beendet und der Heimweg angetreten.
Nun also auf zur zweiten Runde und heute auch mit deutscher Beteiligung. Eröffnet wurde der Abend durch BRUTALLY MUTILATED. Obwohl die Band aus 75 Prozent der DEATHSTORM-Besetzung besteht, unterscheidet sich der musikalische Stil schon gewaltig. Zu schnellen Deathmetalklängen gesellen sich hier fette Grind- und Hardcoreelemente und insgesamt klingt der Sound etwas getragener. So pflügte man gekonnt durch die Songs und motivierte die ersten Headbanger sich Richtung Bühne zu bewegen. Nur Kuba wirkte nicht ganz glücklich, denn Dank fehlendem Teppich waren die Drums auf ständiger Wanderschaft was kurzfristig mit einem Gitarrenverstärker behoben wurde.
In der ersten Umbaupause wurde dann das Problem beseitigt und so konnten SCHLEISSE STANKEND GLIUD das Festival fortsetzen. Die Gubener dürften wohl die härtesten im Feld gewesen sein und so manch einer schwankte offensichtlich zwischen Skepsis und Begeisterung. Die Begeisterung setzte sich dann aber spätestens mit dem Gastauftritt von Max, Sänger und Gitarrist von TORMENTOR, durch. Was sich da von der Bühne wälzte kam einer Betonwand gleich und ließ nicht nur die Tontechniker staunen. Mit dem Klassiker "Habemus Papam" beendeten SCHLEISSE STANKEND GLIUD einen souveränen Auftritt und räumten die Bühne für die nächste Truppe.
Die Drittplatzierten des Gubener "Metal Battle" LETHAL INJECTION gaben sich die Ehre und rockten die Hütte. Mit einer ordentlichen Portion Spielfreude und jeder Menge guter Laune hämmerte die Truppe geballten Metalcore aus den Boxen und sorgten so für einen pogenden Frontstagebereich. Nach lautstarken Forderungen von den Fans wurde LETHAL INJECTION, entgegen Festivalgeflogenheiten, sogar noch eine Zugabe eingeräumt.
Da hatten TORMENTOR nun also die schwierige Aufgabe dieses Level zu halten. Da die Band aber mittlerweile auch in Polen eine recht große Fangemeinde zu besitzen scheint, stellte sich das nicht als allzu großes Problem heraus. Der Vierer lieferte musikalisch wieder ein Hammerbrett ab, begleitet von einer headbangenden Masse die beim SODOM-cover "Agent Orange" komplett ausrastete. Großartig! Nur musste ich danach leider erstmal einen Besen organisieren um die zu Bruch gegangenen Flaschen zusammen zu fegen. Aber da Jedrek von DEATHSTORM / BRUTALLY MUTILATED helfend zur Seite stand war das ganze zügig erledigt.
Mit ENVIA aus Poznan war dann leider schon wieder die Zeit gekommen sich vom Festival zu verabschieden. Rock, Metal, New Wave und, und, und, ... ließen Vergleiche zu FAITH NO MORE nicht ganz ohne Grund aufkommen. Harte Riffs, wunderbare Melodieläufe und eine beeindruckende Stimme sollten der Band noch so manche Tür öffnen. Ein Klassegig und ein würdiges Ende für das DARK SIDE 2011.

DARK SIDE FESTIVAL

 
 

29. September 2011 "SAMAEL - LUX MUNDI TOUR" Glad-House / Cottbus

SAMAEL - LUX MUNDI TOUR

Neues Album, neue Tour - SAMAEL sind wieder unterwegs und haben ein line-up geschnürt das ordentlich kracht. Pünktlich 19:20 Uhr eröffneten DEAD SHAPE FIGURE den munteren Reigen. Der Finnenfünfer ließ vom ersten Moment an nichts anbrennen und ballerte fette Riffs ins Publikum. Grandioser Thrashmetal mit vielen Ausflügen zum Melodicdeath und ebenso viele Ausflüge unternahmen während des Gigs auch die beiden Gitarristen. Während aus den Boxen weiterhin ordentlich Geschrubbe zu hören war, spazierten die finnischen Barden weiterspielender Weise durch sämtliche Räumlichkeiten des Clubs. DEAD SHAPE FIGURE rockten ohne Zweifel und vor allem die groovenden Midtempo-Passagen liessen keinen Nacken lange stillstehen. Seit 2003 begeistern die Finnen und zeigen eine Spielfreude die ihresgleichen sucht. Dann wurde erst einmal umgebaut und das Licht gedämmt.
...Da sah ich ein fahles Pferd; und der, der auf ihm saß, heißt "der Tod" (Offb.6;8) und NOCTEM folgten ihm nach...
Viele Bands behaupten noch extremer und härter zu sein als alle anderen, nur schien es diesmal tatsächlich zu stimmen. Die 2001 in Spanien gegründete Combo brach wie die Apokalypse über die Fans herein. Schnell, aggressiv, brutal, absolut düster und doch extrem melodiös, dabei Bass- und Doublebass-Passagen die alles zu vernichten suchten was sich Ihnen in den Weg stellte. Die Iberer schienen das personifizierte Böse zu sein, was auch durch die optische Erscheinung der Band nie in Frage gestellt wurde.
Für KEEP OF KALESSIN wurde nun ein sehr, sehr, sehr ausgiebiger Soundcheck vollführt, der durchaus Nerven kostete. 1994 wurde die Band von Gash und Arnt Ove Gronbech in Trondheim gegründet und hatte innerhalb kurzer Zeit einen guten Ruf in der Blackmetalszene Europas. Bereits nach wenigen Jahren konnte man sogar Headlinertouren spielen. Zeitgleich zum Aufstieg änderte sich auch die musikalische Ausrichtung der Band. Der Blackmetal früherer Tage wurde mehr und mehr durch Melodicdeath- und Powermetal-Elemente ergänzt, was so manchen alten Fans missfiel. Und genau hier liegt auch das Problem. Während einzelne Alben einzeln für sich durchaus genügend Potential besitzen, wurschtelt man live eben zwischen allem hin und her. Natürlich sind die Norweger technisch spitze aber der Spagat zwischen Undergroundblackmetal und beinahe Mainstreamklängen innerhalb von 60 Minuten geht einfach schief.
Mit orientalischen Klängen ging dann der Abend weiter. MELCHESH waren der letzte support des Abends und taten alles, um in guter Erinnerung zu bleiben. Nachdem die Band 1993 in Jerusalem gegründet wurde, verließ man 5 Jahre später nicht ganz freiwillig den israelischen Staat und siedelt seitdem in Frankreich und den Niederlanden. Von Death über Thrash bis hin zum Blackmetal zeigen MELECHESH keinerlei Berührungsängste und dazu immer wieder orientalische und arabische Einflüsse. Das ganze dann live ist einfach eine Klasse für sich.
"Lux Mundi" heisst also das aktuelle Werk von SAMAEL. Und es ist durchaus gelungen. Nach der Sinnlos-Prügel-Attacke "Above" geben sich die Schweizer wieder dunkel und düster und kehren ein wenig zu Ihren Wurzeln zurück. Deftige Riffs, hämmernde Drumpassagen und endlos große atmosphärische Melodiegebilde sollten alte und neue Fans versöhnen. Auch on stage gibt sich das Quartett keine Blösse und legt die Messlatte ordentlich hoch. Ein Hammersound und eine wahnsinnige Spiellaune, dazu eine klasse Lichtshow die keine Wünsche offen lässt. Keine Frage, SAMAEL sind zurück und wahrscheinlich besser als je zuvor. Nach gut einer Stunde und 3 Zugaben war dann dieser Abend beendet, ich konnte mein Equipment verstauen und mich auf den 40 km langen Heimweg begeben.

SAMAEL - LUX MUNDI TOUR Galerie

 
 

17. September 2011 "10 JAHRE SCHLEISSE STANKEND GLIUD" JC Comet / Guben

10 Jahre SCHLEISSE STANKEND GLIUD boten einen guten Grund zum feiern und da alleine feiern einsam macht, hatten die Lech-Metal-Barden jede Menge Freunde eingeladen. Gleich 9 Bands standen als Ehrensupport bereit, was auf einen langen Abend schließen ließ. Wie lang dieser wirklich werden sollte zeigte sich dann ein wenig unangenehm zu später Stunde. Den Herren von SCRAM wurde jedenfalls die Aufgabe zuteil am Nachmittag das kleine Festival zu eröffnen. Gut 30 Minuten hinter dem eigentlichen Plan enterten die Thrashheads die Bühne und versuchten die Anwesenden in Feierlaune zu versetzen. Musikalisch zwar souverän blieb die Bühnenpräsenz allerdings weit hinter gewohntem Niveau zurück. Grund mag hier vielleicht der noch recht große Freiraum im Club gewesen sein. So gab es also gut was zu lauschen aber eben nicht viel zu sehen.
Dann ergab sich gleich die zweite Verzögerung, da die polnischen Kollegen von DEATHSTORM fast das komplette Schlagzeug wechselten. Aber Drummer sind auch etwas eigenwillig und wenn Kuba eben lieber auf seine Drums einschlägt sollte man Ihm den Gefallen lassen. Hart und laut lieferte dann das Quartett einen krachenden Gig, wobei auch hier die Bühnenshow eher auf Sparflamme kochte. Aber so allmählich begann sich der Raum vor der Bühne eine wenig zu beleben und schon stand die dritte Band des Abends auf der Bühne. RETARDED NOISE SQUAD nutzten die Chance und boten für alle bis dahin Anwesenden eine recht skurrile aber nicht immer ganz Ernst gemeinte Vorstellung. Omas Küchenschürze und Patronengurte voll Tampons sorgten in jedem Fall für Erheiterung und spätestens bei der Rave-Einlage dürfte wohl kaum ein Auge trocken geblieben sein. Musikalisch pflügte die Truppe einmal quer durchs Metallager, mit einigen Samples und furchtbar guten Melodieläufen. Mittlerweile hing der Abend aber der offiziellen Running Order fast 70 Minuten hinterher, was sich noch rächen sollte. Und auch IN DEMISE konnten daran nichts ändern. Im Death nichts Neues, so kämpfte man doch recht vergeblich um die Gunst des Publikums. Man mag mich nicht falsch verstehen, IN DEMISE haben durchaus Ihr handwerkliches Geschick. Aber wirklich Innovatives gab es leider nicht zu hören.
Dann der wohl von vielen erwartete Auftritt von TORMENTOR. Mit neuem Bassisten nun endlich wieder als Quartett unterwegs zeigte man sofort was eine Harke ist. Spielfreude im Überfluss und eine Performance als würde man seit vielen Jahren zusammen die Bühnen entern. Dazu ein musikalisches Spiel welches schon beinahe beängstigend an Perfektion heran reichte. Bleibt zu hoffen dass man dieses hohe Niveau aufrechterhalten kann. In jedem Fall hatte der Abend ein erstes Highlight. Und ein zweites sollte sofort folgen. Nach kurzer Pause betraten CHRIST AGONY aus Polen die Bühne. Diese hatten kurz zuvor mit den MAGGOTS getauscht um wenigstens halbwegs zur geplanten Zeit spielen zu können. Dunkel und düster vollbrachte das polnische Trio sein Werk und weil so viel Black- und Deathmetal noch nicht böse genug war, regelte man kurzerhand die Bühnenbeleuchtung gegen Null. Trotz der mich zur Verzweifelung bringenden Dunkelheit natürlich musikalisch ein echter Hammer.
Danach folgten die Tauschpartner MAGGOTS. Mittlerweile zeigte die Uhr nach 23:00, vor der Tür tobte ein deftiges Gewitter, der Zeitplan hing immer mehr und die Band aus Falkensee hatte arge Zuhörerprobleme. Einerseits verließen doch einige nach dem Gig von CHRIST AGONY das Gelände und zum anderen konnte das Vierergespann auch musikalisch nicht wirklich überzeugen. Standartdeathmetal der von Banalität nicht weit entfernt war und eine nicht unbedingt motiviert aussehende Band sorgte für etwas Ernüchterung. Da konnte auch der kultverdächtige Rausschmeißer "Ace of Spades" nicht mehr viel daran ändern. Als vorletzte Band durften sich nun SECRETUM versuchen. Mit einem gewaltigen Intro stieg die Band ins musikalische Geschehen ein und wurde diesem im Folgenden auch mehr als gerecht. Klassischer Thrashmetal mit fetten Anleihen aus Hardcore, Death- und Heavymetal sorgte sofort für gute Laune. Schade nur dass sich viele zu diesem Zeitpunkt bereits auf dem Heimweg befanden. So kam es auch das der Headliner nur noch vor recht wenigen Fans aufspielen konnte. Aber SCHLEISSE STANKEND GLIUD gaben alles um auch wirklich jeden zufrieden zustellen. Und das mit vollem Erfolg. Das krachende Gebräu namens Lechmetal erschütterte den Klub bis in den letzten Winkel und sorgte für reichlich bangende Köpfe vor der Bühne.
Alles in allem ein grandioser aber etwas zu langer Abend, der auf jeden Fall eine Wiederholung verdient hat. Dann vielleicht einfach mit 2 oder 3 Bands weniger oder zumindest mit einem eingehaltenen Zeitplan. Dank auch von hier aus noch mal an unsere Mädels, die für das vielleicht beste Catering aller Zeiten und vor allem für immer frischen Kaffee gesorgt haben.

10 JAHRE SCHLEISSE STANKEND GLIUD

 
 

10. September 2011 "12. GUBENER KNEIPENNACHT"

Nach den kühlen und nassen vergangenen Tagen meinte es Petrus wohl gut mit den Gubenern und sorgte pünktlich zur 12. Kneipennacht für einen lauen Spätsommerabend. So zog es also wieder hunderte Besucher in die vier Kneipen, wo von Schlager bis Rock alles geboten wurde und so dürfte für jeden etwas dabei gewesen sein.
Die härteren Klänge gab es traditionell im "Blauen Gaul". Hier sorgten die SMOKE´N´ACES für reichlich gute Stimmung. Zwischen Rockabilly und schnörkellosem Rock agierten die Berliner absolut souverän und brachten die Leute zum Kochen. Unterstützung erhielt die Combo dabei von NAPE aus Cottbus. Wie nicht anders gewohnt lieferten die jungen Old-School-Grunger einen Hammergig, was wohl den einen oder anderen neuen Fan bringen dürfte. Bei guter Laune und vielen Gesprächen mit alten Freunden wurde dann bis weit nach Mitternacht gefeiert und derweil kamen bereits erste Fragen nach der 13. Auflage der Gubener Kneipennacht auf.

12. GUBENER KNEIPENNACHT

 
 

12. August 2011 "VICKI VOMIT" WerkZwei / Guben

Mit "Arbeitslos und Spaß dabei" schaffte Vicki Vomit einst den Durchbruch, doch von Müßiggang kann bei ihm keine Rede sein. Seit fast 20 Jahren tourt der Erfurter Kabarettist unermüdlich kreuz und quer durch Deutschland. Mit feinsinnigem aber nicht unbedingt feinfühligem Humor erspielte er sich dabei eine große und vor allem treue Fangemeinde, welche den manchmal durchaus derben Spitzen immer noch ein Lachen entgegensetzen kann.
Ob Katholik oder Moslem, ob Merkel oder Westerwelle, ob Links oder Rechts - jeder bekommt bei Vicki Vomit sein Fett weg. Und das nicht zu knapp. Ohne große Umwege landen die Pointen roh und geballt in den Ohren und erst wenn man deswegen auch mal Schlucken muss, weiß man dass die Wahrheit nicht weit ist. Und wer die Wahrheit verträgt, bleibt und hört weiter zu.

VICKI VOMIT

 
 

03. Juni 2011 "INTERNATIONAL METAL BATTLE" Guben

Acht Bands, jeweils 20 Minuten Spielzeit, zwei Länder und insgesamt 1000 EUR Preisgeld waren die Eckdaten für die erste deutsch-polnische Metal Battle. Also viel harte Kost für einen langen Abend. Dank Irrungen und Wirrungen im offiziellen Zeitplan verpassten viele leider die erste polnische Band, so auch ich, und erschienen also erst zu den Zweiten im Bunde. "How I Shot Your Mother" prügelten und knüppelten mit einer heldenhaften Begeisterung ein wenig Metalcore in die Ohren der geneigten Hörerschaft. Diese tat sich jedoch schwer daran an der Begeisterung teilzunehmen. Ein wenig fehlte die Kreativität in den Songs und wohl auch der letzte Groove, um den Funken überspringen zu lassen. Aber die Hoffnung auf Besserung bleibt, denn Potential ließ sich durchaus erkennen!
Mit "Vargsjel" betraten nun die Finsterfürsten des Abends die Bühne. Atmosphärisch dicht und melodisch kompakt waren kaum technische Mängel erkennen. Allerdings wurden die ganz großen Experimente und Technikfrickeleien ein wenig vermieden und so mancher Song erinnerte doch stark an bereits bekannte Klassiker. Nicht unbedingt innovativer aber immerhin schön anzuhörender KeyboardDeathMetal.
Somit war das erste deutsche Kapitel abgeschlossen und unsere polnischen Nachbarn durften wieder das Zepter übernehmen. Diesmal mit deftigsten Hardcore-Attacken die eigentlich kaum etwas vermissen ließen. Und sollten "Sophie Scholl" auf diesem Level weiterarbeiten so darf man gespannt sein was uns die Truppe noch an Brettern um die Ohren haut!
Einen deutlichen Stilwechsel vollzog nun die Heimmannschaft von "Tormentor". Wie nicht anders zu erwarten bot das Trio um Max feinsten Thrashmetal mit Ecken und Kanten und angenehm melodischer Passagen. Gute zwanzig Minuten in denen man der Favoritenrolle mehr als gerecht wurde.
Die polnischen pop-Punker von "Duch Or Dove" hatten dem nur sehr wenig bis gar nichts entgegenzusetzen was dazu führte, das die Kombo mehr oder weniger unbemerkt blieb.
Dies sah bei "Lethal Injection" dann schon anders aus. Eine brutale Mischung aus Deathmetal und Metalcore walzte sich von der Bühne und wer da mit dem Headbangen nicht schnell genug war wurde förmlich überrollt. Krachige Riffs und mörderische Downbreaks ließen die Polen innerhalb von Sekunden zu meinem Highlight des Abends avancieren.
Last but not least die Gubener von "Drenched In Blood". Eine super Stageperformance aber leider im Death nichts Neues. Technisch sauber aber einfach nicht spannend genug.
Während nun die Bühne allmählich vom Equipment "gesäubert" wurde, rauchten Backstage bei der Jury die Köpfe. Nach gut einer halben Stunde stand dann das Ergebnis auf den Zetteln und sämtliche Bands mussten ein letztes Mal auf die Bühnebretter. Gespanntes warten, denn die Bandkasse konnte ja ordentlich aufgebessert werden, und dann schier grenzenloser Jubel bei "Lethal Injection" (Platz 3) und "Sophie Scholl" (Platz 2). Den ersten Platz belegten die heimlichen Favoriten des Abends "Tormentor" und natürlich auch hier große Freude über den Sieg im ersten Gubener Metal Battle.
Was bleibt, ist die Erinnerung an einen Abend an dem polnische und deutsche Metalfans zusammen feierten, Spass hatten und jede Menge guter Musik zu hören bekamen.

METAL BATTLE

 
 

09. April 2011 "JAILBREAKERS" Manitu / Forst

Es war einmal ... eine Zeit voll Sex, Drugs & Rock´n´Roll, eine Zeit mit Bon Scott. Nun Herr Scott hat dafür ja leider auch viel zu zeitig den Preis zahlen müssen und ist für immer verschwunden. Für immer? Nicht ganz! Ein Hallenser namens Jens war der Meinung, er könne die Töne beinahe genauso gekonnt aus den Stimmbändern quetschen wie Bon Scott und so scharte er ein paar weitere Stromtechniker und einen Schlagzeuger um sich. Gut gerüstet zieht man nun also schon viele Jahre von einer Bühne zur nächsten um die guten alten Zeiten wieder aufleben zu lassen. So auch wieder einmal im MANITU und das konnte ich mir natürlich keinesfalls entgehen lassen. Wie nicht anders zu erwarten, war der wahnsinnig gemütliche Musikschuppen auch diesmal wieder gut gefüllt. Kurz nach 22:00 Uhr enterten die JAILBREAKERS dann die Bühne, um die Riffs von Angus & Co ins Publikum zu werfen. Zumindest für kurze Zeit, denn bereits nach wenigen Tönen hatte die Gibson von Harry beschlossen den Dienst zu quittieren. So durfte man also erstmal den Sound der Rhythmusabteilung genießen, während im Hintergrund die Gitarren getauscht wurden.
Danach gab es aber kein Halten mehr. Gute 70 Minuten Hardrock vom Feinsten, bis man sich zu einer kurzen Pause in den Backstagebereich verabschiedete. Die Chance nutzte ich natürlich für ein kurzes Schwätzchen und die JAILBREAKERS kamen natürlich nicht um die Signatur meines Bildbandes herum. Lediglich Drummer Jan zog sich mit einer fiesen Erkältung in Pullover, Pelzmütze und Decken zurück, um den Abend möglichst heil zu überstehen. Aber Rocker kennen ja bekanntlich keinen Schmerz und so ging der Gig nach der Pause hemmungslos und lautstark weiter, was von dem begeisterten Publikum dankend honoriert wurde.

JAILBREAKERS

 
 

08. April 2011 "POTHEAD" Glad-House / Cottbus

POTHEAD

Stoner-Rock vom Feinsten verteilt auf bisher 11 Alben und in diesem Jahr soll das Dutzend noch geschafft werden. Nachdem im letzten Jahr "lediglich" ein Livetonträger erschienen war, werkelt man zurzeit an einem neuen Album. So durfte man also auf einen kleinen Vorgeschmack im Cottbuser GladHouse hoffen. Ich begab mich also mit Kamera und Krempel in Richtung Bühne, um dann ähnlich ratlos wie einige Andere auf einen großen, roten Vorhang zu starren. Nichts zu sehen und nichts zu hören, was Rückschlüsse über das Dahinter zuließ. Aber irgendwann würde sich das Geheimnis schon noch lüften. Zuerst aber gab es die volle Dröhnung aus der Konserve. Um das geneigte Publikum vor die Bühne zu ziehen jagte man den LED ZEPPELIN - Klassiker "Kashmir" durch die PA. Also 8:32 min groovender Hardrock mit einem der wohl bekanntesten Gitarrenriffs der Welt. Besser kann man wohl kaum die Leute anlocken! Und als sich dann der Vorhang öffnete war vor der Bühne auch kein Zentimeter mehr frei.
Extrem gut gelaunt betraten nun POTHEAD die Bretter, ja selbst Jeff lächelte vor sich hin - und zeigten was eine Harke ist. Mit "Wild Weed" gab es denn auch gleich ordentlich was auf die Ohren und nach zwei weiteren Songs zu meiner Überraschung gleich ein Hammertriple zum Anfang: "Stadium" - "Toxic" - "Rock Child"!!!
Das ganze umrahmt von einer riesigen LED-Wand, welche man also vor Konzertbeginn hinter dem Vorhang versteckt hatte. So bot man neben erstklassigem Rock auch eine richtig feine Lichtshow. Was für ein Fest für Augen und Ohren! Nach gut 90 Minuten ließ man ein Publikum zurück, bei welchem kein Zweifel bestand, dass der Abend noch nicht beendet war.
Also öffnete sich der Vorhang erneut und die ersten Zugaben folgten. Darunter auch eine lange Version vom "Indian Song". Dann eine ehrliche Verbeugung vor den Fans und Licht aus on stage. Nach minutenlangem anhaltenden Applaus hieß es aber ein weiteres Mal Vorhang auf, um noch einige Zugaben zu spielen.
POTHEAD zogen wirklich alle Register, um auch den letzten Anwesenden restlos zu begeistern, was schließlich darin gipfelte, dass das Trio um Brad Dope zu einer dritten Zugaberunde auf die Bühne kam.
Dann war aber wirklich Schluss, die Band und das Publikum schweißgebadet und jedermann einfach nur glücklich. Während die Bühnentechniker bereits mit dem Abbau begannen, schlich ich mich dann noch schnell hinter den nun nicht mehr so geheimnisvollen Vorhang, um mit POTHEAD noch ein paar kurze Worte zu wechseln und mir noch Autogramme von Jeff, Brad und Sebastian zu stibitzen. Ein besserer Abend muss erst noch gebacken werden!

POTHEAD GALERIE

 
 

23. März 2011 "VICKI VOMIT" Kuckuck / Forst

Kabarett muss wehtun ... und Vicki Vomit geht gern bis an die Schmerzgrenze. Und da Herr Vomit so einiges an neuem Programm zu bieten hat, beschloss ich, dem Erfurter mal wieder einen Besuch abzustatten.
Doch zuerst einmal finden, denn der "Kuckuck" liegt nicht im Zentrum von Forst, sondern bei Groß Jamno im Forst. Hätte ich ein Navi an Bord gehabt, so hätte ich ihm wohl sehr misstrauisch gegenüber gestanden. Die Landstrasse wurde zu einer Dorfstrasse, zu einer engen Dorfstrasse, zu einem Schotterweg und schließlich zu einem Waldweg. Nach einer Ehrenrunde dann mitten im Wald ein immerhin beleuchteter Parkplatz und in der Ferne die Lichter eines Gebäudes. So langsam zweifelte ich an der Richtigkeit des Ortes und mutmaßte auch nichts Gutes über eventuell anwesendes Publikum - aber weit gefehlt. Hier im Nirgendwo, in einem richtig feinen Gasthaus versteckte sich eine gut besuchte Trutzburg des Kabarett, welche schon mit einigen hochkarätigen Gästen aufwarten konnte.
Kein einziger freier Platz, eine tolle Stimmung und Vicki schöpfte aus dem Vollen. Ob die Katze namens Satan, Frau Westerwelle, "Integrationsexperte" Thilo Sarazzin oder auch die neu zum Islam konvertierte Freundin, vor nichts und niemandem macht Vicki Vomit halt. Statt vorsichtiger Andeutungen gibt’s volle Breitseite und an manchem Lacher hat man durchaus zu kämpfen. Aber wenn er doch so recht hat und schließlich ist das Leben auch nicht immer leicht.
Obligatorisch zum Abschluss natürlich das in Liedform gefasste Problem der Ahnenentsorgung als unplugged-Metal bei dem einige Gitarrensaiten mehr als nur den Halt verloren. So klangen dann auch die folgenden Zugaben reichlich merkwürdig, aber Applaus gab es natürlich trotzdem.

VICKI VOMIT

 
 

04. März 2011 "UNDERGROUND ALLSTARS TOUR" Glad-House / Cottbus

UndergroundAllstarsTour

Endlich wieder Metal, und was für welcher. Von kurios über schräg bis zu einfach Klasse sollte dieser Abend alles bieten. Aber eins nach dem anderen.
Nach dem Eintreffen im GladHouse musste ich erst einmal feststellen, dass das Line-up wohl irgendwie noch nicht ganz feststand. Zwei verschiedene Konzertflyer und einige fragende Gesichter sprachen da Bände. So was kann, aber sollte, auch wenn es erst der zweite Tourtermin ist, einfach nicht passieren. Also verkrümelte ich mich erst einmal in den Backstagebereich, um mit "POTENTIAL THREAT SF" ein paar Worte zu wechseln. Dabei hatte ich natürlich auch meinen Fotobildband "Part II", um ihn signieren zu lassen. Man weiß ja nie, ob man die Jungs noch mal in Deutschland zu Gesicht bekommt. Mike war dermaßen begeistert, dass er sofort sein Handy zückte, um mich und das Buch als Foto festzuhalten. Und eh ich mich versah standen alle drei mit meinem Werk in Pose, um ein weiteres Foto zu machen. Schnell noch ein paar kurze Sätze gewechselt und dann hieß es Bühne frei für das "DR. ORPHYUS PROJECT".
'Seltsam eigenartig' dürfte wohl die passende Beschreibung für den Alleinunterhalter aus Illinois sein. Mit Laptop, Gitarre und Posaune war der langhaarige Barde bewaffnet und bot gar wundersames dar. Fetter Deathmetal abwechselnd mit Posaunenjazz und dazu sehr skurrile Zeichentrickfilme auf einer Leinwand erinnerten eher an Picasso als an ein Metalkonzert. Zitat eines Anwesenden: "Fucking strange!" So stieß diese Darbietung auch nicht unbedingt auf Gegenliebe und so mancher war wohl froh, als dieses Kunstereignis vorbei war.
Das Illinois auch anders kann, bewiesen dann sehr eindrucksvoll die Mannen von "ALTERED EXISTENCE". 1991 fanden sich Mark Ellsworth und Matt Scott zusammen und tourten und spielten unermüdlich, bis 1998 bandinterne Streitigkeiten vorerst das Aus besiegelten. 2005 unternahm Ellsworth einen erneuten Versuch und reaktivierte das Bandprojekt. Kompromissloser OldSchoolDeath mit gelegentlichen Ausflügen in Thrashgefilde bilden bis heute den Grundstein für den Erfolg der Truppe. Neben harten Growls glänzte Ellsworth auch durch einen äußerst schicken Bass von HaloGuitars. Wer was Exquisites sucht, sollte bei den Kalifornischen Customizern auf jeden Fall fündig werden.
Als Drittes dann meine persönliche Neuentdeckung auf der "MASTER"- Tour 2010. Klassischer BayAreaThrash, der stellenweise stark an so manche "METALLICA"-Passagen erinnerte, macht Lust auf ein baldiges neues Album von "POTENTIAL THREAT SF". Mit neuem Basser und alter Energie zeigten die drei Kalifornier wo der Hammer hängt und zogen sofort die Headbanger vor die Bühne. Der geballten Metalpower schien das Drumkit allerdings nicht gewachsen zu sein. Bereits beim zweiten Song trommelte Ken Noble eine seiner Racktoms aus der Verankerung. Trotz intensiver Gestik eilte Ihm aber kein Bühnentechniker zu Hilfe, so dass er jenen Song nur recht dünn zu Ende spielen konnte. Wohl aus Verärgerung darüber, und das zu Recht, stand dann fast allen Drumsticks nur noch ein sehr kurzes Leben bevor. Leicht irritierte Blicke der Gitarrenabteilung folgten ein ums andere Mal den zerbröselten Sticks in Richtung Fans.
Deutlich weniger aggressiv war dann der Auftritt der deutschen Abteilung. "MORIDIGAN" aus Hannover versuchten die mittlerweile sehr gute Stimmung weiter anzuheizen. Allerdings war diesem Unterfangen nur ein mäßiger Erfolg beschienen. Von brachial bis balladesk, von krachenden Riffs bis viel Gefrickel dümpelte der Gig mit eigenartigen Taktmassen und verwirrenden Rhythmuswechseln vor sich hin. Zwischen kunstvollem Heavyrock und derbem Deathmetal schwankend, scheint die Truppe noch auf der Suche nach Ihrer wahren Bestimmung zu sein.
Dann betrat ein iPod die Bühne. Natürlich nur um die Backgroundabteilung für die OneManBand "PUTRID PILE" zu bilden. Shaun LaCanne grunzt und shreddert seit über 15 Jahren um den Globus und zeigt Deathmetal der schnellsten und härtesten Sorte. Über eine Stunde hämmerte der Mann aus Wisconsin auf seinen Sechssaiter ein und überrollte das Publikum. Völlig fasziniert von dieser EinMannArmee blickten viele Metalfans mit offenem Mund und staunenden Augen Richtung Bühne. Absolut schräg, aber eindeutig mit Kultcharakter.
Zu guter Letzt dann wohl eine nicht ganz unumstrittene Band. Mit "Sex, Drugs & Deathmetal" gerieten "WACO JESUS" 2009 erneut in diverse Diskussionen. Wenn auch das im Titel enthaltene Deathmetal etwas irreführend ist, denn schließlich handelt es sich bei der Truppe um Frontmann Kevin Menssen um eine reine Grindcoreband. Sexistische Texte und nicht jugendfreie Artworks riefen in den USA schon mehrfach die Hüter der Moral auf den Plan und auch in deutschen Landen erhält die Truppe aus Illinois nicht nur Zustimmung. Grundsätzlich kann man mit "WACO JESUS" live aber eine Menge Spaß haben. Man tue es der Band gleich und nehme einfach nicht alles ganz so ernst wie es gesungen wird. Dann gibt es ein Fest für Ohren und Nackenwirbel.

UndergroundAllstarsTour

 
 

02. März 2011 "DEATH BEFORE DISHONOR" Glad-House / Cottbus

DEATH BEFORE DISHONOR

Mit "Better Ways To Die" liegt das letzte Album von "DEATH BEFORE DISHONOR" zwar schon zwei Jahre zurück, nicht desto trotz wollten die Amerikaner auch mal wieder Ihre deutschen Fans beehren. Und da alleine touren bekanntlich einsam macht, hatte man zur European Winter Tour noch zwei support-acts im Gepäck.
Pünktlich um 21:00 legten die Hannoveraner von "TOMORROW NEVER DIES" auf der Bühne los. Gegründet 2005 überzeugten die Niedersachsen innerhalb weniger Songs wohl alle anwesenden Fans mit straighten Hardcore. Dass einige Bandmember vorher bereits in der einen oder anderen Death/Thrashmetalband Ihr Glück versucht hatten, war dabei unüberhörbar. So trafen groovende Breaks auf hammerharte Gitarrenwände. Klasse Gig des Quintetts.
Die Umbaupause vollzog sich angenehm zügig und so konnten die Barden von "THE MONGOLOIDS" die gute Stimmung ohne Umwege nutzen.
Ebenfalls seit 2005 unterwegs, veröffentlichte man 2007 mit der "Time Trials" LP ein, in der Szene hoch gelobtes, Debüt-album. Straight edge sound mit Einflüssen aus Metal brachte der Combo schnell einen support auf einigen "AGNOSTIC FRONT" – Konzerten ein. Nach eigener Aussage will die Band aus New Jersey einen Stil abseits des klassischen Hardcore bieten, was allerdings bis heute nur bedingt gelang.
Den krönenden Abschluss als Headliner bildeten natürlich die Bostoner ToughGuys von "DEATH BEFORE DISHONOR". Bryan Harris und Frank Puopolo beschlossen anno 2000, die New Yorker Hardcoreszene ordentlich aufzumischen und der Erfolg gibt Ihnen Recht. Auch wenn die Beiden die einzig verbliebenen Gründungsmitglieder sind, so hat die Band nichts von Ihrer Qualität verloren. Fetter New School Hardcore mit brutalen Metalriffs und alles durchdringenden Doublebasspassagen.

DEATH BEFORE DISHONOR

 
 

26. Februar 2011 "STARFUCKER" Manitu / Forst

STARFUCKER

Fast 1000 Auftritte in 13 Jahren, so die beeindruckende Bilanz von "STARFUCKER".
Seit 1998 eifert Mike Kilian, der bereits mit "ROCKHAUS" acht Alben veröffentlicht hat, seinen Rockhelden nach und tourt unermüdlich mit der Rolling-Stones-Coverband durch die Lande. Stets an seiner Seite Christian Sorge, eine einzigartige Symbiose aus Keith Richards und Ron Wood. Permanent in Bewegung scheint es dem Gitaristen nicht möglich zu sein auch nur eine Sekunde lang die Füße stillzuhalten. Komplettiert wird die Combo durch Volker Hopfner am Bass sowie Bernd Haucke. Dem ehemaligen Drummer von "MONOKEL" verdankt das Stones-Museum in Lüchow so einige Exponate seiner Ausstellung.
Im Manitu schienen allerdings die Geister der ewigen Jagdgründe etwas gegen Rock'n'Roll zu haben. Bereits bei den ersten Tönen von "Start me up" quittierte Kilians Verstärker mit einem furchtbaren Röcheln seinen Dienst. Ratlose Gesichter, hektische Techniker und ein leicht verdutzter Frontmann waren die Folge.
Doch gut 20 Minuten später war das Problem behoben und das Gefühl der ewigen Jugend machte sich zu den Stones-Songs breit. Sorge & Co spielten sich leidenschaftlich durch beinahe 50 Jahre Rockgeschichte und ließen den Spirit mehrerer Musikjahrzehnte wieder auferstehen.
Coverbands hin oder her, "STARFUCKER" beeindrucken durch Authentizität und musikalische Qualität

STARFUCKER

 
 

12. Februar 2011 "GERHARD SCHÖNE" Fabrik e.V. / Guben

Selbst nach 30 Jahren begeistert Liedermacher und Musikpoet Gerhard Schöne immer noch sein Publikum, so auch in Guben. Etwa 300 Gäste bejubelten den Auftritt des gebürtigen Sachsen, der sein neuestes Kinderprogramm "Gerhard Schöne singt, wenn Franticek niest" vorstellte.
Zwischen den neuen Liedern blieb auch genug Platz für die Klassiker vom "Popel", der schmutzigen "Jule" oder auch "Lucios Auto", bei denen die "Kleinen" lautstark von Ihren Eltern unterstützt wurden. Dabei dürften wohl bei dem einen oder anderen längst vergessene Kindheitserinnerungen wieder wach geworden sein.
Nach über einer Stunde und mehreren Zugaben hinterließ Gerhard Schöne ein glückliches, applaudierendes Publikum und vor allem viele strahlende Kinderaugen.

GERHARD SCHÖNE

 
 

25. Januar 2011 "TERROR - Keepers Of The Faith Tour 2011" Glad-House / Cottbus

US HARDCORE

Nachdem die aktuelle TERROR-Scheibe "Keepers Of The Faith" bereits im Herbst 2010 erschienen war, wurde es nun langsam Zeit auch Europa mit Livegigs zu beehren. Also noch drei support-Bands in das Paket geschnürt und schon konnte man den AmericanWay of HC auch auf die deutschen Fans loslassen. Dass die Tourdates relativ exklusiv waren, zeigte sich alsbald im gut gefüllten GladHouse. Neben dem deutschen Publikum waren auch Fans aus Polen, Tschechien und sogar Frankreich angereist, um ordentlich abzufeiern.
BACKTRACK wurde die Aufgabe zuteil den Abend zu eröffnen. Schnell, hart und extrem fett vollbrachte die Truppe aus Long Island ihr Werk. Mit viel Energie und jeder Menge Spass in den Backen gaben die Amerikaner in 30 Minuten mehr als andere Bands in zwei Stunden.
Schweiß gebadet wurde das Zepter nach erfreulich kurzer Umbaupause an die Mannen von FIRST BLOOD übergeben. Die 2002 in San Francisco gegründete Band bot ein wahres Riffgewitter, bei dem die Grenzen zwischen NewSchoolHardcore, Metalcore und Trashmetal scheinbar verschwanden. Carl Schwartz und Doug Weber, beide Gründungsmitglieder von TERROR, beweisen auch mit Ihrer "neuen" Combo dass sie nichts verlernt haben. Ganz im Gegenteil, wesentlich agiler und frischer klingt das Projekt.
Bei den Dritten im Bunde machte sich dann allerdings Ernüchterung breit. Von Rob Watson ebenfalls in San Francisco aus der Taufe gehoben, boten LIONHEART wenig innovativen NYHC. Keine Experimente und viel zu weiche Breakdowns ließen relativ schnell Langeweile aufkommen. Soviel Radiotauglichkeit nutzte ich dann doch lieber um ein paar Kontakte zu pflegen.
Pünktlich betrat dann der Headliner des Abends die Bühne und schlagartig wandelte sich das Bild im Frontstagebereich. Von einem scheinbar außer Kontrolle geratenem Mob wurden TERROR lautstark begrüßt und frenetisch gefeiert. Bereits zu den ersten Tönen enterten die Stagediver Schlag auf Schlag die Bühne und rissen Monitore und Mikroständer mit sich. Der Truppe aus Los Angeles war dies aber bei weitem noch nicht genug und so heizte man die Massen weiter an. Aus Sorge um meine Kamera trat ich kurz entschlossen, unter grimmigem Blick der Security, die Flucht nach vorn an und stieg ebenfalls auf die Bühne um von dort weiter zu fotografieren.
Alles in allem natürlich ein Hammergig, auch wenn einige Fans mit den mittlerweile kaum zu überhörenden Metaleinflüssen so Ihre Probleme haben dürften. Dennoch, TERROR sind nach wie vor eine der besten und härtesten OldSchoolHC-Bands die zurzeit ihr Unwesen treiben.

US HARDCORE Galerie

 

2 0 1 0

2 0 0 9

2 0 0 8

2 0 0 7